„Beschluss zu Islamischem Unterricht ein Meilenstein für Integration, Erziehung zu Toleranz und Bekämpfung von Antisemitismus“
Der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, Dr. Ludwig Spaenle, begrüßt den Beschluss des Bayerischen Ministerrats, den Islamischen Unterricht als Wahlpflichtfach an den Schulen zu etablieren. Das Angebot richtet sich vorwiegend an junge Muslime. In einem Modellversuch über 10 Jahre hatte sich das Angebot des Islamischen Unterrichts in staatlicher Verantwortung und mit staatlichen Lehrkräften bewährt.
„Der heutige Beschluss des Bayerischen Kabinetts zum Islamischen Unterricht bietet neue Chancen zur Integration muslimischer Kinder. Er ist ein Meilenstein für Integration, Erziehung zu Toleranz und zur Bekämpfung von Antisemitismus“, so Dr. Spaenle. „Im Islamischen Unterricht setzen sich junge Muslime intensiv mit der Werteordnung der Bundesrepublik Deutschland und Bayerns, also mit Toleranz, Wertschätzung gegenüber Angehörigen anderer Religionen sowie Gleichheit von Frauen und Männern auseinander“, so Dr. Spaenle, der dem Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags angehört. „Damit wird ein bundesweit einmaliges Unterrichtsangebot geschaffen.“
In dem Modellversuch an über 350 Schulen war der „Islamische Unterricht“ als ein staatliches Angebot erprobt worden. Staatliche Lehrkräfte vermitteln dabei muslimischen Schülerinnen und Schülern in deutscher Sprache Wissen über die islamische Religion und deren Alltag sowie eine grundlegende Werteorientierung nach dem Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung. „Genau diese Struktur stärkt die Integrationsfunktion des Fachs“, argumentiert der Antisemitismusbeauftragte. Dr. Spaenle hat den Modellversuch 2009 als Kultusminister ins Leben gerufen.
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