An zahlreichen Kirchen und nichtkirchlichen Bauwerken insbesondere in Deutschland finden sich Schmähplastiken aus der Zeit des Hochmittelalters. In diesen Darstellungen wurden Juden in Verbindung zu dem für sie unreinen Schwein gebracht und in herabwürdigender Weise diffamiert. In Bayern gibt es etwa ein Dutzend entsprechender Plastiken, die jeweiligen Liegenschaften gehören unterschiedlichen Eigentümern.

Auf Initiative des Antisemitismusbeauftragten Dr. Spaenle hat sich ein Runder Tisch mit Vertretern der jüdischen Gemeinden, der beiden christlichen Kirchen, staatlicher Institutionen und Fachbehörden darüber verständigt, wie mit den antisemitischen Schmähplastiken umgegangen werden soll. Einig waren sich alle Beteiligten darin, die judenfeindlichen Darstellungen nicht zu entfernen, aber an Ort und Stelle zu beschreiben und deutlich zu bewerten. Vertiefende Informationen – per QR-Code abrufbar – sind ebenso Teil des Konzepts wie die Schulung von Personal, das Stadt- und Kirchenführungen anbietet.

Am Beispiel der „Judensau“-Darstellung am Regensburger Dom wurde auf Anregung von Dr. Spaenle gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde, der Diözese Regensburg, dem Freistaat als Eigentümer (vertreten durch Bauamt und Landesamt für Denkmalpflege) sowie mit Fachhistorikern eine Informationstafel abgestimmt, die sich derzeit in der Produktion befindet.

Sie werden demnächst auf dieser Seite den Text der Informationstafel finden, den Sie sich auch vorlesen lassen können.

Außerdem werden zusätzliche Informationen zur Geschichte der antisemitischen Darstellungen, ebenso zur jüdischen Gemeinde in Regensburg zu finden sein.