„Der Missbrauch des 9. November für politische Demonstrationen kann nicht geduldet werden“
Antisemitismusbeauftragter Spaenle wendet sich gegen geplante Querdenker-Kundgebung am 9. November auf dem Münchner Marienplatz
München. Der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Dr. Ludwig Spaenle, verurteilt die geplante Kundgebung, die unter dem Titel „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ am 9. November, dem 84. Jahrestag der von den Nationalsozialisten organisierten landesweiten antisemitischen Pogrome auf dem Münchner Marienplatz stattfinden soll. Im Alten Rathaus am Rand des Marienplatzes findet hingegen am Mittwoch ab 19 Uhr die zentrale Gedenkstunde an die Pogromnacht 1938 unter der Schirmherrschaft von OB Dieter Reiter statt, bei der neben dem Oberbürgermeister auch die Präsidentin der IKG München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch sprechen wird.
Spaenle betonte: „Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind hohe demokratische Güter, die gerade in Deutschland hart erkämpft werden mussten. Die Querdenker-Szene und viele ihrer Sympathisanten müssen aber wissen: Wer sich auf den 9. November als deutschen Schicksalstag beruft und an diesem Datum in München zu einer Kundgebung aufruft, um zugunsten vermeintlich ‚politischer Gefangener‘ zu demonstrieren, folgt einer unseligen Tradition, die vor 99 Jahren in München blutig gescheitert ist.“
Der 9. November sei gerade in München ein Tag der Erinnerung an die Verfolgung und Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden unter der NS-Herrschaft, so Spaenle. Die Zivilgesellschaft und die Behörden seien aufgefordert, einen Missbrauch dieses Datums für Demonstrationen von Verschwörungsideologen zu verhindern.
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