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Schlamasseltov. Jüdisches Leben im Film

Einführung & Moderation: Klaus Lutz
Zu Gast: Dr. Ludwig Spaenle, Arkadij Khaet, Julia Schnitzer & Jugendliche der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg

Begrüßung: Bezirkstagspräsident Armin Kroder
In dem von der Medienfachberatung im Bezirk Mittelfranken kuratierten Kurzfilmprogramm beschäftigt sich die Nürnberger Produktion „Junges jüdisches Leben in Franken“ am Beispiel von Iljia und Michaela mit dem jüdischen Glauben, Antisemitismus und Identitätsfragen. „Masel Tov Cocktail“ knüpft humorvoll an diese Themen an und ist großartig von Arkadij Khaet im Ruhrgebiet in Szene gesetzt. Der Film wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2020 und dem Grimme-Preis 2021. „Wir sind“ fordert dazu auf, grundsätzlich darüber nachzudenken, Menschen (nicht) in Schubladen einzuordnen.

Junges jüdisches Leben in Franken
Nürnberg 2021, 19 Min., Moderation & inhaltliche Beratung: Julia Schnitzer,
Produktion: Medienzentrum Parabol, mit: Iljia Schermann und Michaela Smordinski
Iljia ist als junger Mensch nach Nürnberg gekommen, Michaela dagegen ist in Nürnberg geboren. Beide haben eine Heimat in der jüdischen Gemeinde in Nürnberg gefunden. Sie gewähren uns einen Einblick in das Leben junger jüdischer Menschen in Franken und lassen uns teilhaben an ihren Sorgen und Ängsten.

Masel Tov Cocktail
D 2020, 30 Min., Regie: Arkadij Khaet, Mickey Paatzsch, mit: Alexander Wertmann, Mateo Wansing Lorrio, Gwentsche Kollewijn u. a.
Dima ist der Sohn russischer Einwanderer. Seine jüdische Abstammung ist an seiner Schule oft Gesprächsthema. Weil ihn sein Klassenkamerad Tobi mit einem ziemlich schlechten Witz über das Schicksal der Juden in Deutschland provoziert, kommt es zu einer Schlägerei – doch das hat Konsequenzen für Dima: ein Schulverweis, verbunden mit der Auflage, sich bei Tobi zu entschuldigen. Sein Weg zu ihm gerinnt zu einem rasanten Roadtrip durch die Stadt, auf dem Dima wie im Zeitraffer erlebt, was in Deutschland zum Judentum gedacht und laut oder leise gesagt wird.

Wir sind
D 2020, 8 Min., Regie: Aleksandar Milojevici & Alija Al-Anane
Menschen, die einer bestimmten Gruppe angehören, tragen dies auch oft sichtbar nach außen, beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Äußere, vermeintlich klare Zeichen führen dazu, dass man Personen fast schon unbewusst einer bestimmten Gruppe zuordnet. Das ist Schubladendenken, und dabei liegt man oft auch falsch. Hier erzählen Menschen, die sich unterschiedlichen Gruppen, oder auch gar keiner, zugehörig fühlen, von ihren persönlichen Ansichten und Erfahrungen.

Arkadij Khaet ist Filmemacher, 29 Jahre alt, geboren in Moldawien und aufgewachsen im Ruhrgebiet. Zurzeit macht er sein Diplom an der Filmakademie Baden-Württemberg und beschäftigt sich filmisch mit jüdisch-deutscher Identität, die auch seine eigene ist.
Klaus Lutz ist pädagogischer Leiter des Medienzentrums Parabol, Fachberater für Medienpädagogik des Bezirks Mittelfranken und Dozent an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. Er ist u. a. verantwortlich für das jährlich stattfindende Mittelfränkische Jugendfilmfestival.
Dr. Ludwig Spaenle MdL, Staatsminister a. D., ist Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe.

Eintritt: frei

 

Schlamasseltov. Jüdisches Leben im Film

Das Festival setzt sich auf verschiedenen Ebenen mit dem Heimatbegriff im Film auseinander. Anhand beispielhafter Filme werden unterschiedliche Facetten des Umgangs mit „Heimat“ präsentiert. Das kleine Filmfestival 2022 ersetzt das im Jahr 2021 pandemiebedingt ausgefallene Festival. Es steht unter dem Titel „Schlamasseltov. Jüdisches Leben im Film“ und ist ein Beitrag zum Abschluss des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.
Die ausgewählten Filme und Dokumentationen beschränken sich auf die jüngere Vergangenheit mit Schwerpunkt Nürnberg und zeigen vielfältige jüdische Biografien und Lebensentwürfe. Dabei werden Fragen nach Heimat und Heimatverlust aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und Fragen nach unterschiedlichen jüdischen Identitäten sowie dem Verhältnis von realer zu symbolischer Existenz gestellt. Darunter befindet sich die Dokumentation ARE YOU FROM NUREMBERG?, die erstmals in Nürnberg zu sehen sein wird. Eine Abteilung widmet sich der jugendlichen Perspektive auf das Thema, die besonders die Frage nach Selbst- und Fremdwahrnehmung behandelt. Das Festival soll zudem einen Beitrag leisten, immer wiederkehrende Klischees und Vorurteile zu dekonstruieren.