Ein paar Vorschläge für das Interview von Dr. Spaenle mit Frau Schneider vom BR am Montag, 18. Juni 2020 und weitere Medienanfragen zu antisemitischen Darstellungen an Kirchen und historischen Gebäuden in Bayern und dem Umgang mit diesen.

Konkret ergeben sich Probleme in Bayern etwa aus den Schmähbildern am Regensburger Dom, an St. Sebald in Nürnberg und am Tor der Burg Cadolzburg in Mittelfranken. In Deutschland wurde die Debatte geführt um die sog. „Judensau“ an der evangelischen Stadtkirche von Lutherstadt-Wittenberg sowie die antisemitische Schmähfigur an der der St.-Stephani-Kirche in Calbe in Sachsen-Anhalt.

Kernbotschaften:

1. Es gibt dringenden Handlungsbedarf zugunsten eines kritischen Umgangs mit den judenfeindlichen Darstellungen wie z. B. der sog. „Judensau“ an historischen Gotteshäusern und Gebäuden weltlicher Herrschaft.

2. Wir können nicht zusehen, dass an einzelnen Orten mittelalterliche und frühneuzeitliche Darstellungen, die Juden in übelster Weise verunglimpfen und massiv in ihrem Ansehen schädigen.

3. Solche antisemitischen Darstellungen können in wirren Köpfen bestehende Vorurteile verstärken und den Eindruck erwecken, dass unsere Gesellschaft mit der Vergangenheit unkritisch umgeht.

4. Eine Lösung muss gefunden werden. Dazu muss es vor Ort einen intensiven Dialogprozess geben, wie wir diesen z. B. in Regensburg mit angestoßen haben.

5. Nicht selten sind diese antisemitischen Darstellungen Teil vergangenen historischen Handelns. Wenn sie aufgrund einer entsprechenden Gesamtsituation als Teil eines Denkmals nicht zu entfernen sind oder ihre Entfernung das Denkmal als Ganzes oder in seiner Aussage schädigt, dann müssen sie aber zumindest ausreichend und gut sichtbar erklärt und kommentiert sein.

6. Die entsprechende Form der Aufarbeitung muss in Zusammenwirken zwischen der Israelitischen Kultusgemeinde vor Ort oder in der Nähe, mit der Denkmalpflege sowie dem Inhaber diskutiert und zu einer einvernehmlichen Lösung gebracht werden (Beispiel Weg in Regensburg).

7. Ferner beabsichtige ich, einen Runden Tisch für Bayern einzuberufen – um mit den entsprechenden Akteuren eine Grundlinie zu vereinbaren. Der bereits für April avisierte Termin für den Runden Tisch wurde aufgrund der Corona-Krise verschoben.

8. Als Co-Vorsitzender der Bund-Länder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten habe ich das Problem in die Beratungen der Bund-Länder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten eingespeist.