Dr. Spaenle zum Eklat: „Ich wäre aufgestanden und gegangen“
Bayerns Antisemitismusbeauftragter zu den Äußerungen der Kapstadter Museumsdirektorin zu Israel in der Pinakothek der Moderne
MÜNCHEN. Der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Dr. Ludwig Spaenle kritisiert die Aussagen der Direktorin des Zeitz-Museums in Kapstadt im Rahmen einer Veranstaltung in der Pinakothek der Moderne nachdrücklich. Mit Vertreterinnen und Vertretern antisemitischer und rassistischer Grundpositionen gibt es für ihn keine Verständigung. „Für mich gibt es keinen Dialog mit Menschen, die sich antisemitisch äußern oder Israel einseitig diffamieren.“ Deshalb hätte es für ihn, falls er der Veranstaltung mit Koyo Kouoh beigewohnt hätte, nur eine Reaktion gegeben: „ich wäre aufgestanden und gegangen.“ Das bedeutet nicht, dass man die Regierung Israels für ihr Handeln nicht kritisieren kann. Aber klar ist eins: Der Terroranschlag der Hamas vom 7. Oktober 2023 war der Ausgangspunkt des neuen Konflikts und Israel hat ein Recht auf Selbstverteidigung.
Dr. Spaenle erinnert daran, dass in der Kunstszene in den vergangenen Jahren immer wieder antisemitische Äußerungen oder Darstellung für gesellschaftliche Kritik gesorgt haben – z. B. bei der jüngsten documenta. Er begrüßt deshalb die Distanzierung der für die Veranstaltung in München Verantwortlichen von den politischen Äußerungen der Rednerin.
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