Antisemitismusbeauftragter diskutiert am 8. Dezember mit Experten

Der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, Dr. Ludwig Spaenle, hat am Dienstagvormittag, 8. Dezember, zu einem Runden Tisch zu antisemitischen Darstellungen an historischen Gebäuden in Bayern eingeladen. Aufgrund der Corona-Situation findet dieser online statt.

Der Einladung von Dr. Spaenle sind Vertreter zahlreicher öffentlicher Einrichtungen, christlicher Kirchen und staatlicher Behörden sowie der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, gefolgt. Dr. Spaenle wird ein Modell zur Diskussion stellen, wie man mit antisemitischen Darstellungen an historischen Gebäuden, z. B. der mittelalterlichen Schmähdarstellung der sog. „Judensau“ am Regensburger Dom oder an der Cadolzburg, sachgerecht umgehen kann. Als Grundlage für das Vorgehen werden Erfahrungen aus dem Dialogprozess in Regensburg herangezogen, den Dr. Spaenle mit initiiert hat. Das Thema ist angesichts der Wirkungskraft der antisemitischen Darstellungen aktuell.

Dr. Spaenle wird das Thema auch in die Bund-Länder-Kommission der Antisemitismusbeauftragten einbringen.

Über die Ergebnisse des Runden Tischs wird Dr. Spaenle unmittelbar nach dem Runden Tisch, am 8. Dezember um 12.30 Uhr, in einem Online-Pressegespräch informieren. Den interessierten Kolleginnen und Kollegen übermitteln wir gern am Montag den entsprechenden Link. Bitte melden Sie sich per Email über presse.antisemitismusbeauftragter@stmuk.bayern.de bis Montag, 7. Dezember, 16 Uhr, zu dem Online-Pressegespräch an.

Als Information zum Besprechungsgegenstand: An zahlreichen historischen Kirchen und säkularen Bauwerken, z. B. dem Regensburger Dom, der Nürnberger Kirche St. Sebald und der Cadolzburg bei Fürth, finden sich Schmähplastiken wie die sog. „Judensau“, die z. B. Juden in Verbindung zu dem für sie unreinen Schwein gebracht und sie in herabwürdigender Weise diffamiert haben.

Auch andere Darstellungen etwa der „Synagoge“ im kirchlichen Kontext als Symbol für das Judentum werfen Fragen auf und verlangen nach einer neuen und bewussteren Form des Umgangs damit.

Ziel muss ein angemessenes Umgehen mit den Darstellungen sein, die als Teile meist denkmalgeschützter Bauwerke einerseits besonderen Schutz genießen, andererseits aber antisemitische Botschaften aus der Zeit ihrer Entstehung darstellen und aussenden, die man nicht einfach hinnehmen darf.

08.12.2020Presse

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