Antisemitismusbeauftragter Dr. Spaenle sieht Beschluss des Landtags, Islamischen Unterricht als Wahlpflichtfach einzuführen, als Chance zur Integration und Mittel gegen Antisemitismus
MÜNCHEN. Bayerns Antisemitismusbeauftragter Dr. Ludwig Spaenle hat den Beschluss des Bayerischen Landtags am heutigen Abend, Islamischen Unterricht als Wahlpflichtfach zum Fach Ethik zu machen, begrüßt. Der Islamische Unterricht wird in Verantwortung des Freistaats Bayern von staatlichen Lehrkräften gegeben und wurde in Zusammenarbeit mit staatlichen Universitäten entwickelt.
„Für mich steht fest: Junge Muslime lernen im Islamischen Unterricht auch die Werteordnung Deutschlands und Bayerns mit Toleranz und Wertschätzung gegenüber Angehörigen anderer Religionen sowie Gleichheit von Frauen und Männern kennen und üben diese in der Schule mit ein. Das ist auch ein Mittel gegen antisemitische Gedanken und antisemitisches Handeln. Der Islamische Unterricht hilft Vorbehalte zwischen Muslimen und Christen, Muslimen und Juden abzubauen“, so der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe.
„Auf meiner Sicht bietet der bayerische Islamische Unterricht muslimischen Kindern so eine Option zur Integration in der Gesellschaft“, so Dr. Spaenle. Das bayerische Angebot richtet sich in erster Linie an junge Muslime.
Anlass für die Debatte im Landtag über den Islamischen Unterricht als Wahlpflichtfach war das Auslaufen des 2009 von Dr. Spaenle als Kultusminister initiierten Modellversuchs.
In einer langfristigen, begleitenden wissenschaftlichen Evaluation der Praxis an rund 350 bayerischen Schulen hatte der Islamische Unterricht die an ihn gestellte Erwartungen erfüllt.
Der „Islamische Unterricht“ ist ein staatliches Angebot, bei dem staatliche Lehrkräfte muslimischen Schülerinnen und Schülern in deutscher Sprache Wissen über die islamische Religion und deren Alltag sowie eine grundlegende Werteorientierung nach dem Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung vermitteln. Und diese Praxis öffnet eine Tür zur Integration, argumentiert Dr. Spaenle.
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