Yad Vashem in München: „Eine historische Entscheidung“
„Mit ihrer Festlegung auf Bayern und konkret auf München als Standort für die erste Außenstelle des israelischen Erinnerungszentrums Yad Vashem in München haben die israelischen Verantwortlichen eine zukunftsweisende Entscheidung von historischer Bedeutung getroffen“, so Bayerns Antisemitismusbeauftragter Dr. Ludwig Spaenle.
Heute hatten die Verantwortungsträger dieser zentralen Gedenkstätte in Israel, die an die Vernichtung von rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden durch die NS-Diktatur erinnert, mitgeteilt, dass die von ihnen geplante Bildungsstätte in Europa in München eingerichtet werden soll.
Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Was für eine Ehre! Yad Vashem kommt nach Bayern. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte eröffnet ein Bildungszentrum in München – es ist die erste internationale Außenstelle überhaupt. Wir haben uns als Freistaat sehr dafür eingesetzt. Jüdisches Leben gehört fest zu Bayern. Die Entscheidung zeigt unsere enge Beziehung zur jüdischen Gemeinde und zu Israel. ‚Nie wieder!‘ ist nicht nur ein Satz, sondern jeden Tag aufs Neue ein Auftrag zum Handeln. Wir stehen zu unserer geschichtlichen Verantwortung: Die Gräuel des Nationalsozialismus dürfen sich niemals wiederholen. Dazu braucht es Gedenk- und Bildungsstätten wie Yad Vashem, damit niemals vergessen wird, was passiert ist. Das ist ein klares Bekenntnis für Demokratie und gegen Antisemitismus. ‚Nie wieder!‘ muss für immer gelten. Dafür gebe ich als Ministerpräsident auch persönlich ein Schutzversprechen. Bayern wird für Yad Vashem ein gutes Zuhause sein. Auch die Außenstelle in Leipzig ist ein gutes Signal, da gerade auch im Osten Deutschlands viel für Demokratie getan wird.“
Dr. Ludwig Spaenle: „Die Entscheidung für den Standort in der Landeshauptstadt München fußt für mich auf drei Grundlagen: München als heutiger Sitz wichtiger Einrichtungen der jüdischen Gesellschaft und führender wissenschaftlicher Einrichtungen sowie der erschreckenden Rolle der Stadt bei der Entwicklung der braunen Diktatur.“
„Wir können mit der Yad Vashem Bildungsstätte mit einem zusätzlichen Impuls das Gedenken an die Shoah und ihre Opfer behandeln. Wir können im Dialog, der auch die Entwicklung in Ost- und Südosteuropa mit einbezieht, neue Formen einer aktiven und zukunftsgerichteten Bearbeitung dieses barbarischen Handelns in deutschem Namen finden.“
In München haben mit der Europäischen Rabbinerkonferenz sowie dem Generalkonsulat des Staates Israel bereits wichtige Institutionen für jüdisches Leben und Kultur ihren Sitz. Dazu kommen zwei lebendige jüdische Gemeinden, die Israelitische Kultusgemeinde für München und Oberbayern und die Liberale Gemeinde Beth Shalom.
München fungiert zudem als Sitz bedeutender historischer Einrichtungen der Bearbeitung und Vermittlung des menschenverachtenden Unrechtsstaats auf deutschem Boden wie staatlichen Archiven, Historikern der Ludwig-Maximilians-Universität, Experten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, dem Institut für Zeitgeschichte, dem NS-Dokumentationszentrum sowie der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit.
Zudem war München als sog. „Hauptstadt der Bewegung“ mit der Gründung der NSDAP sowie mit dem ersten Konzentrationslager im nahegelegenen Dachau ein Ort, an dem man Täter und Taten in besonderer Weise nachzeichnen kann.
Um den Sitz der Bildungsstätte von Yad Vashem hatten sich zwei weitere Bundesländer mit jeweils einem Standort beworben.
Ein Video aus Spaenles Facebook-Account zum Thema finden Sie hier.
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