„Jüdisches Erbe und Tourismus lassen sich verbinden“
Antisemitismusbeauftragter Spaenle und Landesverein für Heimatpflege richten Netzwerktreffen zum Jubiläum der Romantischen Straße aus
ROTHENBURG OB DER TAUBER. Ein Netzwerktreffen zum Themenfeld „Jüdisches Kulturerbe und Tourismus in Bayern“ – Modellfall Romantische Straße hatten der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, Dr. Ludwig Spaenle, und der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e. V. heute in Rothenburg ob der Tauber ausgerichtet.
Anlass für das Treffen ist die Tatsache: Entlang der Romantischen Straße in Schwaben und Franken liegt eine ganze Reihe von Orten mit bedeutendem jüdischem Kulturerbe, dazu zählen z. B. Ichenhausen und Rothenburg ob der Tauber.
Antisemitismusbeauftragter Dr. Ludwig Spaenle: „Gerade das Jubiläum 75 Jahre Romantische Straße bietet uns eine besondere Chance. Wir können durch dieses Jubiläum unsere Augen neu öffnen für das reichhaltige jüdische Leben vom Mittelalter bis zur Gegenwart – gerade in Schwaben und Franken, durch die die Romantische Straße heute verläuft. In Altbayern dagegen waren jüdische Gemeinde in der Neuzeit weithin verboten.“
Für Touristen macht Dr. Spaenle einen praktischen Vorschlag: „Manchmal müssen wir uns nur ein paar Kilometer von der Romantischen Straße wegbewegen und können einen Blick auf das Verhältnis von Jüdinnen und Juden zur christlich geprägten Mehrheitsgesellschaft in Schwaben und Franken werfen. In Ichenhausen z. B. wird eine ehemalige jüdische Gemeinde als Erinnerungsort nachhaltig gepflegt. In Ichenhausen, wo über Jahrhunderte ein Bezirksrabbinat angesiedelt war, finden regelmäßig Veranstaltungen statt und Schülerinnen und Schüler des Dossenberger Gymnasium engagieren sich hier in der Vermittlung jüdischen Geschichte und Kultur“, so Dr. Ludwig Spaenle.
An dem Netzwerkstreffen haben u.a. teilgenommen: Dr. Markus Naser, Oberbürgermeister von Rothenburg o.d. Tauber, Claudia Binswanger, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege, Dr. Jörg Christöphler, Leiter Rothenburg Tourismus Service, Pia Grimmeißen-Haider, LAG-Managerin der LAG Region an der Romantischen Straße, Dr. Carmen Reichert, Direktorin Jüdisches Museum Augsburg Schwaben, Jürgen Wünschenmeyer, Geschäftsführer Romantische Straße Arbeitsgemeinschaft GbR sowie Pfarrer Matthias Knoch, Gunzenhausen
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