Lade Veranstaltungen

Ernst Bloch (1885-1977) war ein deutscher Denker und Philosoph, der aus einem jüdischen Elternhaus aus der Pfalz entstammte und die Zeit der NS-Diktatur im Exil in der Schweiz verbrachte. Bloch war Vertreter eines eher undogmatischen Marxismus. Durch das „Prinzip Hoffnung“ (1954-1959) und die Philosophie der „konkreten Utopien“, wurde er – inzwischen hochbetagt – eine Symbolfigur der Studentenbewegung der 1960er Jahre. Im Zentrum seines Denkens steht der über sich hinausdenkende Mensch. Blochs Philosophie fokussiert dabei das noch Noch-nicht-Sein, d.h. das Noch-Nicht repräsentiert zugleich das Zukunftsbild und den Anstoßfaktor, der das Bewusstsein mit dem Träumen in die Zukunft und einer konkret utopischen Praxis verbindet. Diese Tagträume werden dann vermischt mit den Erinnerungsbildern der Utopien, in ihrer verschiedensten geschichtlichen und ästhetischen Gestalt, in Utopien der Architektur, in Malerei, in Dichtung und Musik, die die gesamte westliche Kulturgeschichte prägen. Der Vortrag liefert einen Überblick über Leben und Werk dieses Philosophen und fragt nach dem Erbe seines Denkens.

Florian Gernot Stickler, Jahrgang 1976, studierte klassische Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, an der er auch im Fach Philosophie promoviert wurde. Zurzeit ist er als selbstständiger Philosoph und Geisteswissenschaftler in Würzburg tätig.