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„Apokalyptische Landschaften“ und ein Emigrationsschicksal als jüdischer Künstler

Der jüdische Künstler Ludwig Meidner (1884 – 1966) zählt zu den großen Malern des deutschen Expressionismus. Zudem arbeitete er auch als Dichter und Grafiker. Berühmt wurde er mit seinen Bildern zum hektischen Leben in der modernen Großstadt. Ab 1912 schuf er mit seinen „apokalyptischen Landschaften“ auch Katastrophenbilder. In den 1920er-Jahren widmete er sich intensiv religiösen Themen und richtete sein Leben nach den jüdischen religiösen Vorstellungen aus. 1933 erhielt er von der NS-Kulturbürokratie Ausstellungsverbot und emigrierte nach London. In Deutschland galt er als „entarteter Künstler“ und in England konnte er sich als Künstler nicht etablieren. 1953 kehrte er nach Deutschland zurück, obwohl auch er sich fragte, wie weit ein Leben als Jude in Deutschland nach dem Holocaust noch möglich sein könnte. Die Sehnsucht und Verbundenheit zur deutschen Sprache und Kultur waren dennoch größer als die Bedenken. Für seine Frau, die Künstlerin Luise Meidner, war eine Rückkehr unmöglich und so blieb sie in London. Seit seiner Wiederentdeckung in den 1980er-Jahren gilt Meidner wieder als einer der großen Meister des deutschen Expressionismus.