Lade Veranstaltungen

Fotografien von Stefan Moses

Stefan Moses (Liegnitz/Schlesien 1928 – 2018 München) war einer der bedeutendsten Fotografen der Bundesrepublik. 2016 schenkte er dem Germanischen Nationalmuseum 107 schwarz-weiß Fotoprints aus seiner erst wenige Jahre zuvor retrospektiv zusammengestellten und publizierten Serie „Deutschlands Emigranten“. Hierzu gehören Porträts von Menschen, die Deutschland mit Beginn der NS-Diktatur aufgrund ihrer religiösen oder politischen Überzeugung verlassen mussten. Nicht alle kehrten nach Ende des Zweiten Weltkriegs dauerhaft zurück: So begegnet man auf den ab 1949 entstandenen Porträts verschiedensten Persönlichkeiten, die das öffentliche und intellektuelle Leben nicht nur in Deutschland bis in die 2000er Jahre wesentlich mitbestimmten, darunter Schriftsteller*innen, bildende Künstler*innen, Schauspieler*innen und Politiker. Ihre Bildnisse führen exemplarisch vor Augen, welche Zäsur die Emigration hunderttausender Menschen für das kulturelle und intellektuelle Leben in Deutschland bedeutete.

Stefan Moses selbst, Sohn eines jüdischen Juristen, überlebte die Internierung in einem schlesischen Zwangsarbeitslager und wurde 1950 in München ansässig. Vor diesem Hintergrund erklärt sich sein lebenslanges Interesse am Schicksal deutscher Emigrant*innen und seine Empathie, die in vielen seiner Aufnahmen erkennbar wird.

Aus Anlass des bundesweit begangenen Festjahrs Jüdisches Leben in Deutschland zeigt das Germanische Nationalmuseum nun eine Auswahl von 27 schwarz-weiß Fotoprints seiner „Emigranten“-Serie in der Dauerausstellung 20. Jahrhundert.