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In einer Ausstellung mit Originaldokumenten machen die MGH den Anteil jüdischer Wissenschaftler*innen an der Entwicklung ihrer Einrichtung, ihre wissenschaftlichen Leistungen, Lebenssituationen und Herausforderungen sichtbar. Ein Film mit Interviews ergänzt die Exponate. Mit Ausstellungskatalog. Weitere Informationen: www.mgh.de
Die Monumenta Germaniae Historica (MGH) tragen seit 200 Jahren mit kritischen Textausgaben mittelalterlicher lateinischer Textquellen, die internationales Renommee genießen, zur Erforschung des europäischen Mittelalters bei.

Erzählt wird anhand von rund 60 Objekten über das Leben, den wissenschaftlichen Werdegang und die Auswirkungen der jüdischen Herkunft von Philipp Jaffé, Harry Bresslau, Henry Simonsfeld, Ludwig Traube, Wilhelm Levison, Ernst Perels und Erika Sinauer. Die Ausstellung macht deutlich, dass Auswirkungen ihrer jüdischen Herkunft für die Wissenschaftler unabhängig davon waren, in wieweit sie sich selbst mit dem Judentum identifizierten.

Von einem Brief Philipp Jaffés, geschrieben im September 1853 an seine Eltern, bis zu einem Brief vom Juli 1951, in dem Helene Schweitzer-Bresslau den Nachlass ihres Vaters für die MGH regelte und in dem sich Albert Schweitzer eigenhändig zu den MGH äußerte, spannt sich über 100 Jahre der Bogen der Exponate.

Die große Überraschung war die Bandbreite an Dokumenten und Objekten, die zu den ausgewählten Wissenschaftlern ans Tageslicht traten: Aktennotizen, Arbeits- und Lehrmaterialien und vor allem Briefe; Briefe unter Freunden, unter Kollegen, Dankesbriefe, Organisatorisches, wissenschaftlicher Austausch, und vieles mehr – oft mit den interessantesten Informationen „zwischen den Zeilen“.

In der MGH-Reihe „Studien zur Geschichte der Mittelalterforschung“ wird 2022 ein Band mit Beiträgen zu den jüdischen Mitarbeiter*innen der MGH erscheinen.

https://visit.mgh.de/de/jued-ma