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Seminar

Nach einem „Jahrhundert der Assimilation“, in dem sich viele Juden der deutschen Kultur und Gesellschaft anpassten, wurde 1920 das Freie Jüdische Lehrhaus in Frankfurt gegründet. Es verstand sich als eine neue spirituelle und intellektuelle Heimat, die mit den religiösen Traditionen vertraut machen sollte, aber auch einen Raum für Diskurse und kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Zeitgeschehen öffnete. Der Gründer Franz Rosenzweig konzipierte das Lehrhaus nicht zum Zweck bloßer Wissensvermittlung zwischen Lehrenden und Lernenden, sondern das „Unfachlich-Unpfäffische, Unpolemische, Unapologetische, stofflich und geistig Universalistische“ sollte im Mittelpunkt stehen – ein echter Ort der Begegnung und des lebendigen Gesprächs.
Nach einem einführenden Vortrag zur Geschichte des Freien Jüdischen Lehrhauses werden einige der berühmten Referenten, die zu den bedeutendsten Intellektuellen der 1920er Jahre zählten, vorgestellt. In der Lektüre und Diskussion ausgewählter Texte von Martin Buber, Gershom Scholem und Franz Rosenzweig werden die unterschiedlichen Perspektiven jüdischer Denker in den 1920er Jahren ebenso lebendig, wie die Strömungen des deutschen und europäischen Judentums in der Weimarer Republik.
Micha Brumlik ist emeritierter Professor der Goethe-Universität Frankfurt am Main, war Direktor des Fritz Bauer Instituts und ist seit 2013 Senior Professor am Zentrum Jüdische Studien Berlin/Brandenburg. Er zählt zu den renommiertesten Stimmen des deutschen Judentums und publiziert zu zeitgenössischen jüdischen Themen.

Anmeldung erforderlich
https://www.mvhs.de/programm/erinnerung-in-der-vielfalt-der-stimmen.20167/N820023