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Über ein Jahrtausend jüdisches Leben in Bayern
Vortrag mit musikalischer Umrahmung

Die Tatsache, dass wir im Jahr 2021 darüber reden müssen, dass die Juden zu Bayern gehören, muss befremdlich anmuten. Die ersten Juden waren bereits in der Römerzeit in die Regionen des heutigen Bayerns gekommen, wohl noch bevor es hier christliche Gemeinden gab. Im Mittelalter strahlte die geistige Schaffenskraft der Juden in Bayern mit ihrem Zentrum in Regensburg in viele Teile der jüdischen Welt aus.
Aus Altbayern im 15. Jahrhundert vertrieben, ließen sie sich seitdem in zahlreichen Teilen Frankens und Schwabens nieder. Sie gründeten Lehrhäuser und Druckereien, wirkten im Handel und Gewerbe und prägten seit dem 19. Jahrhundert die Entwicklung des modernen Bayern von der Gründung von Brauereien bis zur Popularisierung von Trachtenmoden mit. Der Gründer des Freistaats Bayern war ebenso jüdischer Herkunft wie der Präsident sowie der Trainer des FC Bayern München bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft.
Zu den bekanntesten bayerischen Schriftstellern des frühen 20. Jahrhunderts gehörten der aus Fürth stammende Jakob Wassermann und der Münchner Lion Feuchtwanger. Doch auch der Nationalsozialismus war in seinen Anfängen eine bayerische Bewegung, die von München ihren Ausgang nahm und innerhalb weniger Jahre jüdische Leben in großen Teilen Europas völlig zerstörte. Seit 1945 gibt es aber wieder jüdisches Leben in Bayern, das durch die jüngste Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion gestärkt wurde.
Musikalische Umrahmung des Streichquartetts der Hofer Symphoniker mit Werken von Erwin Schulhoff und Erich Wolfgang Korngold

Leitung: Prof. Dr. Michael Brenner, Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur an der Univ. München
Eintritt frei
Anmeldeschluss: 21. Juni 2021