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Christlicher Verteidiger gegen antijüdische Vorurteile.

Vortrag von Wolfgang Osiander

1540 wurde in dem Dorf Sappenfeld bei Eichstätt ein vierjähriger Junge ermordet und sofort beschuldigte man Juden des Verbrechens. Diese legten dem bischöflichen Gericht in Eichstätt eine umfangreiche Schrift vor, in der die Beschuldigung des Ritualmordes mit überzeugenden Argumenten ad absurdum geführt wurde. Urheber der Schrift, die einige Jahre zuvor aufgrund eines ähnlichen Falles verfasst worden war, war der Nürnberger Reformator Andreas Osiander, der hier mit fundierten Kenntnissen des Alten Testaments und der jüdischen Rechtsvorschriften argumentierte. Die Schrift bewirkte, dass die Juden nicht weiter verdächtigt wurden und auch kein Pogrom stattfand.
Der Vortrag analysiert diese auch in kriminologischer Hinsicht bemerkenswerte Schrift und würdigt sie im Kontext des damals gängigen Antijudaismus.