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„Erinnerung ist das Geheimnis der Erlösung“, lautet ein Satz des jüdischen Gelehrten Baal Schem Tov ; der spanische Philosoph George Santayana formuliert diesen Gedanken mit historischer Perspektive: „Die sich des Vergangenen nicht erinnern, sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben“ – Zentral ist das Erinnern, das Gedenken und – damit verbunden – das Nicht-Vergessen. „Zachor!“ – „Erinnere Dich!“ ist auch ein wichtiges Gebot im jüdischen Glauben. In Verbindung mit der Erforschung der jüdischen Geschichte Feuchtwangens wird im Fränkischen Museum der Vorgang des Erinnerns in den Mittelpunkt gestellt. Das Museum ist ein zentraler Erinnerungsort für die Geschichte jüdischen Lebens in Feuchtwangen, steht doch ein Teil der heutigen Anlage an dem Ort, an dem einst die Synagoge stand – das Museum und seine Gebäude wie der Standort selbst sind also gleichermaßen Orte der Erinnerung. Hier wird sie gepflegt oder verschwiegen, sie wird präsentiert oder ausgeblendet, bewusst oder unbewusst.

Den Kern der Ausstellung bildet eine Medieninstallation, in welcher Dokumente, Bilder, Töne, Protokolle, Urkunden, und Texte von und über Jüdinnen und Juden (darunter Lion Feuchtwanger), die mit der Stadt verbunden sind, poetisch und künstlerisch verarbeitet werden. Mithilfe von interaktiven Videoprojektionen und Klanginstallationen wird dem Betrachtenden das Überlieferte zu Gehör gebracht und vor Augen geführt; zugleich sind die Projektionen jedoch so programmiert, dass das Betrachten sie einer Veränderung unterzieht. So entzieht sich das Bild immer wieder, Details treten hervor oder werden unscharf. Parallel widmet sich eine Klanginstallation, so genannte „Destructive Tapeloops“, der Vergänglichkeit und Fragilität von Erinnerung. Auf einem Magnetaufzeichnungsband – ein Anachronismus – sind die Texte gespeichert. Bei der Wiedergabe wird das Magnetband über Oberflächen gezogen, die einen starken Abrieb verursachen, wie z.B. Sandpapier. So entfernt sich der Klang mit jeder Wiederholung einen Schritt weiter von der ursprünglichen Aufnahme. Die Erinnerung verblasst, die Worte verschwinden.
Zugleich erfahren Besucherinnen und Besucher viel Interessantes über die Geschichte der jüdischen Familien und der jüdischen Gemeinde in der Stadt Feuchtwangen.
Installation: Alexander Ourth
Wissenschaftliche Recherche und Konzept Ausstellung: Dr. Uta Karrer

 

Jüdisches Feuchtwangen
Recall Change Repeat Fade
Eine Veranstaltungsreihe der Stadt Feuchtwangen,
der Kreuzgangspiele, des Fränkischen Museums und KunstKlang
zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Informationen und Karten:
Kulturbüro Feuchtwangen
Marktplatz 2
91555 Feuchtwangen
Karten- und Infotelefon: 09852 90444
E-Mail: kulturamt@feuchtwangen.de sowie mail@kreuzgangspiele.de
Internet: www.juedisches-feuchtwangen.de