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Die Freundschaft zwischen Mieczysław Weinberg und Dmitri Schostakowitsch

Die Freundschaft zu Mieczysław Weinberg eröffnet Schostakowitsch die facettenreiche Welt der jüdischen Musik; die Welt des Freundes wird ihm zur Inspiration für sein eigenes Schaffen. Eher zufällig stößt Schostakowitsch in einer Buchhandlung auf eine Sammlung jüdischer Gedichte (die Texte stammen aus einem ins Russische übersetzten Band mit jüdischen Volksweisen), die vom Leid der Juden im Zarenreich erzählen. Schostakowitschs Werke sind der politischen Führung zu melancholisch und wenig geeignet um „stark zu machen“. Wohl aus vorauseilendem Zensur-Gehorsam schiebt er seiner Vertonung der jüdischen Volkspoesie drei Lieder nach: sie künden vom „Glück“ der Sowjetzeit: „Du kleines Flüsschen, fließ munter dahin, erfreu meinen Lieben das Herz und den Sinn. Erzähl, dass mein Haus im Kolchos ich fand“, heißt es im 9. Lied „Das schöne neue Leben“. Dennoch findet seine Komposition in der antisemitischen Grundstimmung der Stalin-Ära kein Gefallen. Er „habe sich an die Juden verkauft“, so der Vorwurf.
Die in Feuchtwangen dargebotene Fassung für Klavier und drei Solostimmen, die auf die Palmen des Freundes Weinberg folgt, bringt Schostakowitsch, selbst am Klavier, erst zwei Jahre nach Stalins Tod, im Jahr 1955 zur Uraufführung. Erst acht Jahre danach wird die reich instrumentierte Orchesterfassung im Ausland uraufgeführt.
Programm: Maurice Ravel: Kaddish aus Deux Mélodies hébraïques Giacomo Puccini: Crisantemi Mieczysław Weinberg: 3 Palmen für Sopran und Streichquartett op.120 (Poem nach Versen von Michail Lermontow) Dmitri Schostakowitsch: Aus jiddischer Volkspoesie op. 79 (Liedzyklus für Sopran, Alt und Tenor mit Klavier)
Zu hören sind das Eliot Quartett, Christiane Karg, Sopran; Nadine Weissmann, Mezzosopran, Siyabonga Maqungo, Tenor; Ulrike Payer, Klavier

In Kooperation mit der Konzertreihe KunstKlang unter künstlerischer Leitung von Christiane Karg ist ein Wochenende mit insgesamt drei Konzerten explizit jüdischer Komponist*innen und jüdischer Musik gewidmet. Erinnern wollen wir unter anderem an den jüdischen Tenor Joseph Schmidt, Ende der 1920er Jahre ein Weltstar, der sich nicht von den Nazis vereinnahmen ließ, fliehen musste und schließlich in einem Lager in der Schweiz starb. Darüber hinaus sollen Werke jüdischer Komponist*innen zu Gehör gebracht werden, darunter solche, die sonst wenig zur Aufführung kommen.

 

Jüdisches Feuchtwangen
Recall Change Repeat Fade
Eine Veranstaltungsreihe der Stadt Feuchtwangen,
der Kreuzgangspiele, des Fränkischen Museums und KunstKlang
zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Informationen und Karten:
Kulturbüro Feuchtwangen
Marktplatz 2
91555 Feuchtwangen
Karten- und Infotelefon: 09852 90444
E-Mail: kulturamt@feuchtwangen.de sowie mail@kreuzgangspiele.de
Internet: www.juedisches-feuchtwangen.de