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Als Veranstalter Literarischer Spaziergänge und Exkursionen zwischen München und dem Gardasee hat der Literaturwissenschaftler und Publizist Dr. Dirk Heißerer im Frühjahr 2020 aus der Not, keine Spaziergänge mehr veranstalten zu können, eine Tugend gemacht. Erfunden wurden die Literarischen Zimmerspaziergänge.
Von Mai bis Dezember 2021 widmen sich die »Literarischen Zimmerspaziergänge« in Kooperation mit dem Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern jeden Monat einem jüdischen Autor. Jeweils am 1. Sonntag im Monat wird ein neuer Spaziergang auf YouTube online gestellt.
Den Anfang macht der »Zeus von Schwabing« Karl Wolfskehl (1869–1948) mit seinem »Lebenslied An die Deutschen« (1944), das seine tausendjährige Zugehörigkeit zu Deutschland betont. Wolfskehl war Lehrmeister und Mentor von Franz Hessel (1880–1941), der uns als Spaziergänger oder Flaneur im Juni durch München, Berlin und Paris geleitet. Im Juli jährt sich der Jahrestag der Entlassung des Räterevolutionärs Ernst Toller (1893–1939) aus mehrjähriger Haft in Niederschönenfeld an der Donau. Dort entstand sein »Schwalbenbuch« (1924), ein Hymnus auf die Kreatur und das Leben. Im August erinnern wir an das tragische Schicksal der Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Carry Brachvogel (1864–1942) und gehen mit »Venus auf Reisen« (1905). Im September lassen wir im Sommer 1908 den Studenten Arnold Zweig (1887–1968) und den Schriftsteller Heinrich Mann (1871–1950) in Wilden roth an der Amper (bei Grafrath) in einem sommerlichen Biergarten aufeinander treffen. Im Oktober beobachten wir Erika Mann (1905–1969) mit ihrem politischen Kabarett »Die Pfeffermühle« 1934 in Basel. Im November vor bald 200 Jahren kam der junge Dichterstar Heinrich Heine (1797–1856) für ein Dreivierteljahr nach München und hoffte vergeblich auf eine gutbürgerliche Anstellung als Professor. Das Jahr klingt im Dezember mit einer wundersamen Begegnung aus. Der Zeichner und Illustrator Ephraim Moses Lilien (1874–1925) trifft auf den Orientalisten und Dichter Friedrich Rückert (1788–1866) »Es ging ein Mann im Syrerland…« – ein Gedicht verwandelt sich in eine Radierung.

Referent: Dr. Dirk Heißerer, Literaturwissenschaftler (https://www.lit-spaz.de/)

Online: https://www.youtube.com/channel/UCaXLdz5UF1LQwxO9xGf4LYg