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Jüdisches Leben in Europa: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Gespräch mit Prof. Dr. Harald Seubert (Basel) und Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau (Berlin, Jerusalem)

Im freien Dialog sprechen die jüdische Religionsphilosophin und Rabbinerin Eveline Goodman-Thau (Jerusalem, Berlin) und der Philosoph und Theologe Harald Seubert (Basel, München, Nürnberg) über das jüdische Erbe Europas und dessen Zukunft. Im Gespräch werden sie die Verfolgungsgeschichte und den tiefliegenden Antisemitismus thematisieren, der mit der Geschichte des abendländischen Christentums bedrückend eng verbunden ist.
Die Frage jüdischer Existenz brachte eine andere Stimme zur Geltung. Jüdische Identität eröffnete immer Ausblicke aus den Engen des immer fanatischer werdenden Nationalismus.

Jüdische Denkerinnen und Denker, Dichterinnen und Dichter können durch die Jahrhunderte europäischer Geschichte eine universellere Perspektive eröffnen. Eine grundlegende Einsicht ist es, dass nichts, was sich erinnern lässt, vorbei ist.
Das Spezifische des jüdischen Denkens wird an diesem Abend u.a. unter Bezug auf Paul Celan und die jüdische Philosophie der Moderne (Cohen, Rosenzweig, Buber, Benjamin, Bloch) wachgerufen. Die weitgehend ungehobenen Ressourcen jüdischen Denkens reichen von orthodoxer Religiosität über eine Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums bis in säkulare jüdische Identität.
Es geht den Sprechern nicht nur darum, das Gedächtnis zu bewahren, sondern die Glut weiterzutragen: mit der Hoffnung, dass am Beginn der zwanziger Jahre des 21. Jahrhunderts eine Ethik und Denkweise wach wird, die im 20. Jahrhundert grausam zerstört wurde.

Eintritt frei – eine Anmeldung ist erforderlich.