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Erzählperformance

„Fünf Minuten bist du frei in deinem Leben, nach der Geburt, und dann wird über deinen Namen, deine Nationalität, deine Religion und deine Gemeinschaft entschieden und du wirst den Rest deines Lebens damit verbringen, für Dinge zu kämpfen und dumm zu verteidigen, die du nicht gewählt hast.“
Ramo Ali erzählt an diesem Abend aus eigener Erfahrung, wie es ist, Antisemitismus und Hass auf Israel von klein auf in einer Diktatur eingetrichtert zu bekommen, eine verschlossene Kiste als Kopf zu haben mit fremden Gedanken darin. Und wie schwierig es für Menschen aus arabischen Ländern ist, sich hier in Deutschland davon zu befreien. Denn der Schlüssel, um diese Kiste zu öffnen und an den Inhalt heranzukommen, ist weg.
Kritisch-entwaffnend, einfühlsam und humorvoll beleuchtet Schauspielerphilosoph Ramo Ali, wie es zu dieser Kopf-Kiste kommt und zeigt, wie er sie trotz verlorenem Schlüssel öffnen und sich von ihrem Inhalt befreien konnte.
Er zeigt Wege auf, sich von Stereotypen und Feindbildern zu lösen, und macht in der Tradition einer universellen Aufklärung Mut zur inneren Freiheit und zur Verständigung zwischen den Kulturen.
Ramo Ali wurde 1985 im kurdischen Teil von Syrien geboren. Mit 13 Jahren begann er seine Karriere als Schauspieler. 2002 bis 2004 besuchte er eine Theaterakademie in Damaskus. 2009 kam er wegen eines Auftritts im Libanon ins Gefängnis. 2011 floh er nach Deutschland.
Er lebt seither als freier Schauspieler in Neu-Ulm und war auf den verschiedensten deutschen Bühnen zu sehen, z.B. in der Europa-Trilogie „Empire“ des Schweizer Regisseurs Milo Rau.
Neben seiner Tätigkeit als Theaterschauspieler engagiert er sich in Fernsehsendungen, Performances und Workshops für Menschenrechte und eine friedliche und respektvolle Gesellschaft, zuletzt in der ARD-Alpha-Reihe „Respekt“ des Bayrischen Rundfunks. Im Mai 2019 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft.