Bedrohlich viel Gewalt bei islamistischem Antisemitismus

„Der islamistische Antisemitismus darf nicht unterschätzt werden“, so der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe Dr. Ludwig Spaenle mit Blick auf die aktuelle Veröffentlichung des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS). Nach Medienberichten haben die Antisemitismus-Meldestellen in den deutschen Ländern haben von 2019 bis 2025 zusammen 564 judenfeindliche Vorfälle mit explizit islamischem oder islamistischem Hintergrund dokumentiert. Die absolute Zahl von antisemitischen Vorfällen mit islamistischem Hintergrund halte sich im Vergleich zu denen mit anderen Motiven zwar in Grenzen, aber die Schwere der Fälle sei „erschreckend“.

„Islamisch oder islamistisch motivierte Vorfälle sind nach den Berichten überdurchschnittlich oft mit Bedrohungen, Angriffen oder extremer Gewalt verbunden“, greift Dr. Spaenle die Berichterstattung sowie die Darstellung in der Publikation „Antisemitismus in islamischen und islamistischen Kontexten“ des RIAS Bundesverbands auf. „Wir dürfen nicht zuschauen: Jeder antisemitische Vorfall ist einer zu viel, da er die betroffenen Menschen mit Angst und Sorge erfüllt. Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der Jüdinnen und Juden wie alle Menschen gleich welcher Religion ohne Gefährdung und Bedrohung ihren Alltag gestalten können. Daran müssen wir konsequent arbeiten“, blickt der Regierungsbeauftragte nach vorn.

„Mit rund 18 Prozent aller erfassten Vorfälle hat mich auch die Zahl der antisemitischen Vorfälle erschreckt, die RIAS eindeutig israelfeindlichen Aktivisten zuordnet“, so Dr. Spaenle.

Auch in Bayern hat die Zahl der antisemitischen Vorfälle in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, die RIAS-Meldestelle für Bayern hatte allein für 2025 insgesamt 1.551 antisemitische Vorfälle registriert, die Polizeibehörden 543 antisemitische Straftaten.

„Die Motiv- und Ursachenerkennung für juden- und israelfeindliche Vorfälle und Straftaten ist wichtig, und zwar für politisches und staatliches Handeln wie auch für die Einordnung der Entwicklung durch die Bevölkerung“, argumentiert der Beauftragte für jüdisches Leben. Grundsätzlich gehe es aber darum, gegen jegliche Form antisemitischen Handelns vorzugehen. Im Handlungsfeld jeder und jedes Einzelnen ist eine Kultur des Hinschauens gefragt, staatlicherseits präventive Bildungsarbeit in Schulen sowie die Sanktionierung von Straftaten.

PM Dr Spaenle zur antisemitischen Vorfällen mit islamistischem Hintergrund September 2026 – Zahlen von RIAS

30.09.2026Presse

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