Spaenle: München soll die Erinnerung an Ben Gurions Aufbruch pflegen

MÜNCHEN. Der 27. Januar soll künftig in Bayern als Tag eines historischen Aufbruchs für eine Zukunft für Jüdinnen und Juden nach der Shoah durch das NS-Regime gewürdigt werden. Daran soll die Landeshauptstadt auch mit einer Erinnerungstafel am Rathaus erinnern. Diese Forderung erhebt der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, Dr. Ludwig Spaenle.

Dr. Zalman Grinberg (stehend), Überlebender aus dem KZ Kaufering, begrüßt die Delegierten und den Ehrengast David Ben Gurion (4. v. r.) zur Sitzung des Zentralkomitees der befreiten Juden im Münchner Rathaus. Foto: hagalil.com

Dr. Zalman Grinberg (stehend), Überlebender aus dem KZ Kaufering, begrüßt die Delegierten und den Ehrengast David Ben Gurion (4. v. r.) zur Sitzung des Zentralkomitees der befreiten Juden im Münchner Rathaus. Foto: hagalil.com

Grundlage seiner Überlegung ist: David Ben Gurion, der spätere israelische Ministerpräsident, forderte am 27. Januar 1946 beim Zentralkomitee der befreiten Juden in der US-Zone in München: „Es muss ein Land in der Welt geben, in dem die Juden die Mehrheit haben“ – und dieses Land ist Erez Israel.“ In München lebten zu diesem Zeitpunkt mehrere Tausend Menschen jüdischen Glaubens. Und die Option eines jüdischen Staats konnte den Überlebenden der Shoah Hoffnung vermitteln.

Die Plenarsitzung des Zentralkomitees der befreiten Juden der US-Zone fand am 27. Januar 1946, im Münchner Rathaussaal statt. An der Plenarsitzung des Zentralkomitees nahmen über 200 Delegierte der Displaced Persons (DP) Camps teil. Zu den Gästen zählte der bayerische Ministerpräsident Wilhelm Hoegner sowie Vertreter der amerikanischen Militäradministration.

In Erinnerung an dieses 1946 international beachtete Ereignis soll nach Meinung von Dr. Spaenle eine Erinnerungstafel am Münchner Rathaus angebracht werden. „Israel ist auch in den bayerischen DP-Lagern mitgegründet worden. Bis heute haben Kommunen wie München und Landsberg sowie Einrichtungen wie der Erinnerungsort Badehaus in Waldram Kontakte zu Angehörigen, deren Vorfahren aus Bayern nach Palästina ausgewandert sind und den Staat Israel mit aufgebaut haben.“

Die vielfältigen bayerisch-israelischen Verbindungen will der Regierungsbeauftragte stärken, insbesondere durch persönlichen Austausch gerade von Jugendlichen. Der 27. Januar könne als Tag eines historischen Aufbruchs in die Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten.

25.01.2026Allgemein, Presse

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