Antisemitismusbeauftragter Dr. Ludwig Spaenle unterstützt die Ichenhauser Erklärung

Anlässlich des ersten bundesweiten „Tags der Solidarität mit Juden und Israel“ weist der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, Dr. Ludwig Spaenle, auf die „Ichenhauser Erklärung für Menschenwürde gegen Hetze und Antisemitismus“ hin.

Der Schriftsteller, Publizist und Politologe Dr. Rafael Seligmann, die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, und der Augsburger Germanist und Vorsitzende der Synagogenstiftung Ichenhausen, Prof. Dr. Klaus Wolf, haben die untenstehende Erklärung gemeinsam veröffentlicht. Dr. Spaenle unterstützt diese Erklärung und hat sie unterzeichnet: „Ich empfehle die Ichenhauser Erklärung und wünsche mir, dass sie weite Verbreitung findet – diese ist heute notwendiger denn je. Die Initiatoren stehen mit ihren Namen für den unbedingten Einsatz für Menschenwürde, Toleranz und Verständigung.“

Ichenhauser Erklärung für Menschenwürde gegen Hetze und Antisemitismus

Petition an Bürger, Volksvertreter und Medienschaffende

In der schwäbischen Stadt Ichenhausen lebten Juden und Christen über Jahrhunderte in gegenseitigem Respekt zusammen – ehe der Nazismus zur Vernichtung des Judentums führte.

Wir haben in der ehemaligen Synagoge den Ichenhauser Dialog über die Zukunft ins Leben gerufen, um für Menschenwürde und Vernunft zu werben. Denn diese Tugenden sind heute wieder gefährdet. In Deutschland und weltweit.

Wir treten für eine friedvolle und gerechte Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt ein. Nur so kann das Leid der Menschen überwunden werden. Wir verurteilen Terror, Entführungen sowie Gewalt gegen die Zivilbevölkerung.

In Deutschland können und wollen wir für unsere Überzeugung wirken. Es darf nicht sein, dass Juden und jeder Andere in unserem Land wieder erniedrigt, gedemütigt, eingeschüchtert und misshandelt werden. Dass Synagogen Ziel von Anschlägen sind.

Wir verurteilen Forderungen zur Vernichtung Israels und eine Rechtfertigung des Terrors kompromisslos. Unsere Hochschulen sollen Orte der Lehre und Forschung sein, des Dialogs, des Denkens und des gegenseitigen Verständnisses. Universitäten dürfen nicht zu Brutstätten der Unmenschlichkeit und des Hasses geraten wie vor 1933 und erst recht danach. Das gleiche gilt für Straßen, öffentliche Plätze und andere Orte. Menschenwürde muss uneingeschränkt gelten.

Dr. Rafael Seligmann, Dr. Charlotte Knobloch, Prof. Klaus Wolf

01.01.2023Allgemein, Archiv

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